Altkladruber-Barockpferde

Das Nationalgestüt und Die Geschichte der Altkladruber - Barockpferde

Die Region rund um Kladruby und Pardubice ist seit Jahrhunderten bekannt für ihre Pferdezucht. 1579 machte Kaiser Rudolph II. das abgelegene Kladrub, 75 km östlich von Prag zum Gestüt. Damit sind die Altkladruber die älteste, planmäßig gezüchtete Kulturpferderasse in Mitteleuropa. Mit altspanischen und italienischen Pferden bemühte man sich um die Entwicklung eines schweren Gala-Zugpferdes. Unter Kaiser Leopold I. hatte das Gestüt ca. 300 Mutterstuten und 30 Beschäler, in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gab es in Kladrub mehr als 1000 Pferde!

1757vernichtete eine Feuersbrunst fast das gesammte Areal. Die Pferde konnten rechtzeitig evakuiert werden. Maria Theresia ließ zunächst die Kirche wieder aufbauen und versuchte, die Zucht ihrer damals als Schimmel, Rappen und Braunfalben existierenden Galapferde an anderem Ort fortzusetzen. Erst König (und später Kaiser ) Joseph II. führte alle verstreuten Zuchttiere wieder zusammen und veranlasste 1770 den Wiederaufbau des Gestütes.

Heute bewähren sich die Altkladruber im nationalen und internationalen Sport. An klassischer Reitkunst interessierte Barockreiter schwärmen für die eleganten Tiere. In farbenfrohen, historischen Kostümen lassen sie ihre repräsentativen Altkladruber in den schwierigsten Lektionen der Hohen Schule tanzen. Eine wachsende Freizeitreiterszene entdeckte die "sanften Riesen" ebenfalls für sich. Die langlebigen Pferde überzeugen auch mit einem besonders gutartigen, nervenstarken Charakter.

Am Gestüt selbst scheint die Zeit spurlos vorrüber gegangen zu sein. Der Zauber des Unberührbaren liegt über dem Areal, nimmt den Besucher gefangen. Seit Jahrhunderten verlassen die Stuten täglich bei jedem Wetter ihre geräumigen Laufställe, schreiten durch die kilometerlangen Alleen zu den Weidegründen. Alljährlich schaffen es ihre rund 50, im Schutz der Herde geborenen Fohlen erneut, in ihre viel zu großen Köpfe herein zu wachsen. Nach und nach entfalten sich die kleinen Fohlen, verwandeln sich von "häßlichen Entlein" in herrliche Schwäne und toben als Remonten ausgelassen über die riesigen Koppeln. Noch immer werden die jungen Hengste vor der Mist- und Futterkarre eingefahren, um später im Vierspänner erhaben über den Hof oder durch die schattigen Wälder zu traben.

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